Ein Jahr in Down Under

Work to Travel

Die zweite Woche

Begonnen haben wir unsere zweite Woche in Down Under mit einer Fahrt zum berühmtesten Strand der Stadt, Bondi Beach. Die Fahrt mit dem Sightseeing Bus führte uns  quer durch die Stadt bis direkt an den Strand. Ja, man muss schon sagen die Australier sind schon harte Jungs, kaum sind die Wellen einigermaßen hoch, geht es samt Neoprenanzug und Surfbrett raus aufs kalte Wasser. Nix für uns Mitteleuropäer. Auch Mathis musste natürlich mal  an testen wie das Wasser so ist, also Schuhe aus und Hosenbeine hochgekrempelt und rein. Es war sau kalt und die Wellen auch nicht so hoch, bis auf die Eine. Die Jeans war nun erst mal nass. Julia hat sich daraufhin nicht ganz so weit ins Wasser getraut, Feigling.  Man muss schon sagen, das dieser Strand was wirklich ganz besonderes für die Surfer hat, wir haben keinen Strand gesehen, an dem die Wellen so hoch waren.  Noch etwas für den Geschichtsunterricht, an diesem Strand wurde zum ersten mal die Klassische Badehose getragen. Nach dem Mathis seine Hose nun endlich einigermaßen trocken war und wir genug vom hinterherschauen der Jogger hatten, gingen wir noch die Promenade entlang raus zu den Klippen, wo auch einer der unzähligen Salzwasserpools ist. Nahezu jede Bucht hat mindestens einen dieser Pools. Von den Klippen hat man einen wunderschönen Blick auf Bondi auf der einen Seite und dem unendlichen Pacific auf der anderen Seite. Traumhaft! Unten wieder angekommen, hieß es was zu essen zu finden, nach langem hin und her entschieden wir uns für oporto, anders als der Name vermuten lässt, ist dies kein Portugiese, sondern die Australischeversion von KFC, Born in Bondi. Schmeckt besser und ist Vegetarier freundlich. Und da standen wir nun und warteten auf unseren Bus, der uns zurück nach Sydney bringen sollte. Kaum war der halbe Fuß im Bus sagt uns der Fahrer, das es mit diesem nicht zurück gehe. Die Bremsen seien nicht mehr in Ordnung, er habe bereits einen Ersatzbus bestellt, der in 30 Min eintreffen sollte. Also noch mal Zeit totschlagen. Also gingen wir in einen Klamottenladen namens „Between the Flags“. Und da hätte es Mathis fasst erwischt, das Frustshoppen, wegen dem Bus. Kaum hat er sich für etwas entschieden, da stand auch schon der neue Bus vor der Tür. Noch mal Glück gehabt. Zurück ging es dann über die Dover Heights, Vancluse, Rose Bay und Double Bay, alles in allem mit die Teuersten Gegenden in Sydney und den besten Blicken auf die Skyline, zurück in die Stadt. So ganz ohne Probleme verlief die Fahrt allerdings nicht, war der Fahrer auf dem Hinweg wirklich vorsichtig unterwegs, meinte der Fahrer auf dem Rückweg noch unbedingt die Verspätung aufholen zu müssen. Gleich an zwei roten Ampeln meinte er erst später bremsen zu müssen, so dass er erst über dem Haltestreifen zum Stehen kam, die Passanten mussten an die Seite springen. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn wir mit dem anderen Bus gefahren wären.

Am Dienstag stand noch von unserem 3er Coupon der Sydney Tower auf dem Programm, dem höchsten Gebäude Australiens (305 Meter). Die Aussichtsplattform befindet sich auf 251 Meter (für mich (Mathis) als 5maligen Besteiger des CN Towers in Toronto nicht wirklich hoch, wenn man bedenkt das sich dort die niedrigste Aussichtsplattform auf 349 Meter befindet), da das Wetter an diesem Tag mal ausgesprochen gut war, konnten wir die Blue Mountains sehen. Julia war allerdings doch etwas mulmig zu mute, sie meinte der Turm würde so schwanken das man es merkt, nein getrunken hatte sie nix und am schwanken war der Turm trotzdem nicht.  Auf der anderen Seite hatte man einen schönen Blick bis zum Flughafen und der anderen auf die Stadt. Überraschenderweise kann man die Oper aber nicht wirklich sehen, sie wird zu sehr von den anderen Gebäuden davor verdeckt. Den Rest des Tages verbrachten wir noch damit durch die Stadt zu schlendern.

Mittwoch. Es brachen die Tage an, was soll nach Sydney passieren, die Jobsuche war hier bis jetzt erfolglos und das Leben in dieser Stadt ist wirklich als teuer zu bezeichnen. Wir mussten hier also raus, nur wohin? Weiter in den Süden und damit in die kältere Region oder in den Norden nach Queensland. Dazu hatten wir immer noch Theater mit unseren Bankunterlagen. Die versprochene Frist von 5 Tagen wurde nicht eingehalten. Einzig Mathis hatte bis jetzt seine Bankkarte erhalten, nur ohne PIN bringt die einem auch nix.

Donnerstag, die Entscheidung ist gefallen. Es geht gen Norden und zwar an die Sunshine Coast. Diese liegt ca. 100 km nördlich von Brisbane. In der Hoffnung näher an die Fruit Picking Jobs zu kommen. Die meisten Obstplantagen befinden sich in Queensland. Busfahren ist bei dieser Entfernung mindestens genauso teuer, wenn nicht sogar teurer als Fliegen, vom zeitlichen Faktor mal ganz abgesehen. Die Flüge der  beiden einzigen Airlines die zur Sunshine Coast fliegen, Virgin Australia und JetStar, gecheckt und uns für erstere entschieden. Es sollte am Sonntagmorgen um 8:55 also weitergehen. Nun stand noch die Suche nach einem geeigneten Hostel auf dem Programm. Der Ort, für den wir uns als erstes entschieden haben, heißt Maroochydore.  Und da wir uns gestern noch so sehr über die Bankunterlagen aufgeregt hatten, waren nun 3 weitere Briefe für uns am Hotel eingetroffen. Zweimal PIN und einmal BT, was jetzt immer noch fehlt  ist die Bankkarte für Julia. Keine Ahnung was da alles bei der Westpac Bank oder sonst wo falsch läuft. Jobs bis jetzt immer noch Fehlanzeige, die Herrschaften melden sich noch nicht mal auf eine Bewerbung.

Für Freitag entschieden wir uns raus nach Manly zufahren. Diese Stadt ist von der Wasserseite so gesehen das Eingangstor nach Sydney. Die Fahrt mit der Fähre dauert ab Circular Quay 30 Min und bietet einem nochmal einen anderen Blick auf die Stadt. Manly selber kommt einem wie ein Touristendorf an der Ostsee vor, klein und gemütlich. Das ein oder andere Gebäude mit Traumhaften Blick aufs Wasser darf natürlich nicht fehlen. Auch hier am Strand versuchten sich einige mit surfen, das Wasser ist hier allerdings ruhiger als in Bondi, auch wagten sich hier einige Schwimmer ins Wasser. Einmal die Promenade rauf und wieder runter und dann weiter Richtung North Head, endlich mal australische Natur fühlen und riechen. Hier oben gibt es weitere schöne Blicke auf den unendlichen Pacific. Irgendwann sollte es denn dann nun auch mal wieder runtergehen zum Hafen, der Weg dorthin wurde aber auf Grund Mathis seiner ausgesprochenen guten Ortskenntnis etwas länger als gehofft, man fand sich plötzlich in der alten Quarantäne Station wieder. Etwas zu weit südlich, also wieder den Berg rauf. Mit einer halben Stunde Verspätung waren wir dann endlich am Hafen. Kurz vor der Abfahrt noch schnell in den Aldi rein und was zu trinken besorgt. Auf der Rückfahrt kam uns dann noch ein Kreuzfahrtschiff entgegen, die Pacific Pearl. Auch bei der Einfahrt bot uns sich mit dem Sonnenuntergang mal wieder ein Traumhafter Blick auf die Harbour Bridge.

Nun war er gekommen, der vorerst letzte Tag in Sydney. Kaum waren wir aus unserem Hotel raus, entdeckte Julia einen Tatort, lauter Polizeiwagen,  viel Absperrband und Markierungen auf dem Boden des Gehweges. Was war passiert? Ein Mord? Wir gingen weiter, da sprach uns ein Mann an, der aussah wie ein Obdachloser und der meinte da wäre jemand vom Balkon des daneben stehenden Wohnhochhauses gesprungen. Dabei nehmen sich die meisten Menschen in Sydney das Leben an einer Klippe in North Head. Wir wollten nicht Schaulustig sein, also gingen wir weiter. Da Mathis nun schon insgesamt 4 GB an Bildern produziert hatte, musste eine neue noch größere Speicherkarte her. Die Compact Flash Karten sind in Australien allerdings nicht ganz billig. Also Fotoläden abklappern, eine Auswahl wie ich sie noch nie gesehen habe. Am Ende hat sich Mathis dann doch zu einer 59 Dollar teuren 8 GB durchgerungen, was muss das muss. Ansonsten haben wir den Tag einfach nur noch genossen. Am Abend stand noch einmal Wäsche waschen und anschließend Rucksack packen an. Und dann begann das Dilemma mit der Waschmaschine auf Etage 8. Julia schmeißt ganz normal die Wäsche in die Maschine und stellt sie nach beschriebener Anleitung an. Dauer des Waschgangs 30 min. Wir warten also solange in unserem Zimmer. Nach der halben Stunde will Julia die Wäsche aus der Maschine holen, macht den Deckel auf und die Waschtrommel ist noch voll mit Wasser. Scheiße. Julia also zu Mathis zurück ins Zimmer, der gerade mit seinen Eltern am Skypen war, damit er sich den Schlamassel mal ansieht. Aus der Maschine kommt unentwegt Wasser das kann nicht gut sein. Gesund anhören tut sich die Maschine auch nicht. Also im Schlafanzug zur Rezeption und den erklärt das da was nicht in Ordnung ist. Ja wir sagen jemanden Bescheid, der kommt dann. Nach 10 Min immer noch keine Regung, also wieder nach unten, jetzt wollte ich (Mathis) zumindest die 4 Dollar wieder haben die für eine Maschine fällig sind. Die Dame am Tressen war von mir wohl schon etwas gereizt und reagierte gar nicht, da kam aus der zweiten Reihe der freundliche Hinweise mir doch die 4 Dollar zu geben und auf eine andere Etage mit der Wäsche zu gehen. Was wir dann auch taten. Ob die Maschine mittlerweile wieder geht, wir wissen es nicht. Irgendwann so gegen 23 Uhr war dann unsere Wäsche auch endlich getrocknet und im Rucksack verstaut. Dabei sollte diese Nacht kurz werden, der Shuttle Service war für 6 Uhr bestellt, also für halb 5 den Wecker gestellt. Da sagen wir doch jetzt mal, gute Nacht.

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